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Bericht zum Bodensee-Cup 2026 - von Christian Höfer
Süddeutsche Meisterschaft der 20er JK: Zwischen Eisheiligen und Sonnenschein
Vom 14. bis 16. Mai fand traditionell über Christi Himmelfahrt die Bodenseecup-Regatta mit der Süddeutschen Meisterschaft der 20er Jollenkreuzer im südlichsten Zipfel Deutschlands statt. Der Wetterbericht versprach im Vorfeld eher durchwachsene Bedingungen – und die Eisheiligen machten ihrem Ruf zunächst alle Ehre.
Gestartet wurde die Anreise in Brandenburg bei schauerartigem Regen, doch je weiter es Richtung Süden ging, desto freundlicher zeigte sich das Wetter. Nach rund sieben Stunden Fahrt, die reichlich Gelegenheit bot, sich mit den Segelkollegen über Gott und die Welt auszutauschen, erreichten wir Fischbach schließlich bei strahlendem Sonnenschein. Einmal mehr bestätigte sich: Auf den Wetterbericht ist nicht immer Verlass – sonst wären wohl einige von uns lieber zu Hause geblieben.
Die Wiedersehensfreude nach dem langen Winter war groß. Endlich wieder vier Tage Segeln, abschalten und sich ganz auf eine der schönsten Nebensachen der Welt konzentrieren. Die Boote wurden zügig zu Wasser gelassen und an ihre Liegeplätze gebracht, während an Land das Team des Wassersportvereins FN-Fischbach alles für die ankommenden Segler vorbereitete. Grill und Bierwagen liefen bereits auf Hochtouren – beste Voraussetzungen für ein gelungenes Regattawochenende.
Am Donnerstag eröffnete Vereinspräsident Ralf Jäger offiziell die Süddeutsche Meisterschaft. Wettfahrtleiterin Claudia gab einen Ausblick auf die kommenden drei Segeltage. Der erste Start war für 14:00 Uhr angesetzt, doch die Bedingungen stellten die Organisatoren vor Herausforderungen: Aufgrund des niedrigen Wasserstands – nur etwa 70 cm im Hafenbecken – war ein Auslaufen unter Segeln bei südwestlichem Wind nicht möglich. Mit großem Einsatz und Unterstützung zahlreicher Schlauchboote wurden die Teilnehmer schließlich aus dem Hafen geschleppt. Außerhalb der Landabdeckung zeigte sich dann sofort, was dieser Tag bereithielt: Rund 5 Beaufort und die typische kurze, steile Bodenseewelle forderten höchste Konzentration. Bei lediglich 14 Grad Wassertemperatur war klar, dass unfreiwillige Badeeinlagen möglichst vermieden werden sollten. Angesichts der Bedingungen und erster Zwischenfälle bei einer nahegelegenen Kielbootregatta vor Langenargen – inklusive Mastbrüchen und Einsätzen der Wasserpolizei – entschied sich die Wettfahrtleitung aus Sicherheitsgründen für eine Startverschiebung an Land. Eine absolut richtige Entscheidung, denn der Wind frischte weiter auf.
So verlagerte sich das Geschehen zunächst zurück an Land – zum Fachsimpeln, Reparieren und zum geselligen Austausch. Der nächste Startversuch folgte am Freitag um 11:00 Uhr. Bei stabilem Westwind um 3 Beaufort konnten schließlich vier Läufe gesegelt werden. Nach anfänglicher Eingewöhnung fanden auch wir immer besser in unseren Rhythmus: Kurse und Strecken passten wieder, die Manöver liefen zunehmend sauber.
Andy und seine Crew setzten dabei früh ein klares Ausrufezeichen und dominierten den Freitag mit vier Laufsiegen. Auch am Samstag knüpften sie daran an und sicherten sich zwei weitere erste Plätze. Im sechsten Lauf setzte AUT 190 jedoch aus – und eröffnete damit der Konkurrenz die Chance auf einen Laufsieg. Diese nutzten Jörg Möhricke und Crew, die sich im letzten Rennen vor Tino und Mannschaft durchsetzen konnten. Der Wind wurde zum Abschluss zunehmend schwächer und drehender, sodass die Bahnverkürzung für viele mit einem direkten Anlieger auf die Luvtonne endete.
Mit beeindruckender Konstanz und einer makellosen Serie sicherte sich AUT 190 verdient den Gesamtsieg beim Bodenseecup 2026. Herzlichen Glückwunsch! Platz zwei ging ebenso souverän an AUT 1. Wir konnten uns als bestes deutsches Boot den dritten Platz sichern – ein Ergebnis, über das wir uns riesig freuen. Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team des WVF Fischbach für die herzliche Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation. Ihr macht es allen Teilnehmern leicht, immer wieder gerne an den Bodensee zurückzukehren.
Ahoi und bis bald GER-1460 Christian, Sascha und Matthias