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Technische Daten:
| Länge über alles: |
max. 7,75 m |
Downloads
Satzung der 20er KV PDF (140 KB)
Bauvorschriften PDF (111 KB)
Meisterschaftsordnung PDF (98 KB)
Ranglistenordnung PDF (17 KB)
Yardstickliste PDF (10 KB) |
| Breite: |
max. 2,5 m |
| Gewicht (Segelfertig): |
min. 730 kg |
| Schwertgewicht: |
max. 25 kg |
| Gesamtsegelfläche am Wind: |
max. 30 qm |
| Spinnaker: |
max. 55 qm |
Material: |
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| Rumpf: |
Holz, Kunststoff oder Stahl |
| Deck: |
Holz, Kunststoff oder Stahl |
| Mast und Spieren: |
Aluminium oder Holz |
Zur Geschichte des 20qm Jollenkreuzers
In der Zeitschrift „Segelsport“ vom 16. Juni 1921 ist zu lesen,
dass die Festsetzung von Vorschriften für eine
20 qm Jollenkreuzer- Klasse durch den Berliner Kleinsegler- Verband erfolgt sei.” Man habe Erwartungen, dass sich der 20 qm - Jollenkreuzer besonders
im Binnenbereich verbreiten wird.” Wie genau die damaligen Annahmen an
der Wirklichkeit liegen sollten, ist über achtzig Jahre nach dieser
Prognose, bewiesene Realität. In Deutschland wird dieses rasante Binnenboot
in Baden- Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern,
Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen, also von Nord bis Süd gesegelt.
Der Zwanziger findet sich auch in Österreich, hier vornehmlich am Neusiedler See.
Ebenfalls hat er eine lange Tradition in der Schweiz. Hier gibt es offiziell
Flotten am Murtensee, Zürichsee, Bielersee und Bodensee, die der ASPYK angehören.
Dazu gesellt sich die von der Schweizerischen Klassenorganisation (ASPYK)
unabhängige FNYK (Flotte des neuchchateloise des Yollenkreuzer).
Der Status als Konstruktionsklasse lockte die bekanntesten Yachtkonstrukteure,
vom legendären Reinhard Drewitz über Grunewald, Theo und Manfred Ernst bis zu Koter,
Bob und Dietrich, van de Stadt, Nissen, Schreiber oder Judel, Boote mit dem
großen R im Segel nach modernster Version zu bauen. Berühmtester Besitzer
eines Zwanzigers ist ohne Zweifel Albert Einstein gewesen. Er bekam ein solches
Boot zu seinem 50. Geburtstag von den Mitgliedern der Berliner Handelskammer geschenkt.
Sein „Tümmler“, von dem noch der maximale Tiefgang von 1,25 m überliefert ist,
lag am Schwielowsee in Caputh, unweit von Potsdam. Der Ursprungsgedanke
sah den 20 qm Jollenkreuzer so, ” dass die Jollenkreuzer einzig und allein
Wanderboote sein können.” Wenig später war diese Auffassung ad akta gelegt.
Er sollte auch Rennboot sein, mit der Maßgabe, dass er auch immer ein ”Wochenendboot”
sein sollte.
Diese Philosophie bestimmte den Zwanziger in den mehr als acht Jahrzehnten seiner Existenz
immer, bis auf den heutigen Tag.
Nationale Titelkämpfe tragen die Zwanziger seit den fünfziger Jahren aus.
Verbrieft für den Osten Deutschlands ist dabei die erste Meisterschaft 1954
in Schwerin. Im Westen hatte sich Mitte der fünfziger Jahre auf Initiative
von K.H. Müller vom Berliner SC Gothia eine Klassenvereinigung gegründet.
1958 wurde an der Schlei die erste Meisterschaft ausgesegelt, übrigens unter skeptischem
Vorbehalt des DSV, wegen der ”ungleichen Waffen”, sprich weil der 20er eine Konstruktionsklasse war.
Obwohl es noch keine Mauer gab, gemeinsame Meisterschaftsteilnahmen von Ost und West gab es nicht.
Vergleiche blieben, wie in fast allen Bootsklassen, auf die jährlich in der Viersektorenstadt
Berlin alternierend auf Wannsee und Müggelsee stattfindenden Frühjahrs- und Herbstwochen beschränkt.
Die ersten Meister waren im Osten die Berliner Briese, Briese, Ulbrich auf R 175,
im Westen A. Blankenfeld und Crew auf dem Grunewaldriss R 402. Berühmtestes Boot dieser
Zeit war wohl der von dem Berliner Günther Brandt bereits 1947 gezeichnete und in
Berlin- Köpenick 1950 vom Stapel gelaufene R 15 ( ”Bieleken”), der von Bornemann,
Blankenfeld und Fiebing gesegelt wurde. Er war wohl auch der erste 20er, der nur mit dem
Blick auf die Regattasegelei gebaut wurde. Gewicht 800 kg, Breite 2,44 m, Länge 7,72.
Besonders die Breite- für damalige Verhältnisse revolutionär. Mehr als zwanzig Jahre ist es auch her,
dass sich Schweizer, Österreicher und Deutsche am Bodensee trafen um ihren internationalen
Meister auszusegeln. Bis heute steht die oder der Euro-, je nachdem ob man diese Treffen
als Meisterschaft oder Cup (offizielle Bezeichnung für den Bereich des Deutschen Segler Verbandes)
tituliert, alle zwei Jahre alternierend in einem der drei Länder im Wettfahrtkalender.
Der 20 qm- Jollenkreuzer ist in seiner Entwicklung bis in die Gegenwart so stabil,
dass sein Meisterschaftsstatus als größte Schwertbootklasse, in der Deutsche Meisterschaften
ausgetragen werden, derzeit unangefochten ist. Rund einhundert Steuerleute beteiligen sich
in den letzten Jahren an den ausgeschriebenen Ranglistenregatten, davon bestreiten etwa 50%
neun und mehr Wettfahrten pro Saison. Die Teilnehmerfelder bei den erwähnten Meisterschaften
bewegen sich um die vierzig Boote. Nach wie vor ist er auch ein Fahrtenboot das im besonderen Maße
universell einsetzbar ist, von den tiefen bayerischen Seen bis zur Mecklenburgischen Seenplatte mit
ihren flach auslaufenden Ufern.
Klaus Müller
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